Trotz eines leichten Rückgangs der Lebenszufriedenheit auf 6,57 Punkte verbessert sich Karlsruhe um einen Platz auf Rang 37. Bei der objektiven Lebensqualität – gemessen an Faktoren wie Einkommen, Gesundheitsversorgung oder Grünflächen – belegt Karlsruhe jedoch Rang 2. Damit ist Karlsruhe der größte „Underperformer“ im Städteranking, weil die subjektive Einschätzung des Lebensglücks bei seinen Einwohnern sehr stark von den objektiven guten Indikatoren abweicht.
Karlsruhe verfügt über sehr gute strukturelle Voraussetzungen: hohe Einkommen, ein solides BIP, starke Steuereinnahmen, eine sehr niedrige Arbeitslosen- und Mindestsicherungsquote sowie positive Gesundheitsindikatoren wie hohe Lebenserwartung und gute mentale Gesundheit. Auch das Fahrradklima und das Angebot an Stadtparks zählen zu den besten im Vergleich.
Umso auffälliger ist der Widerspruch zwischen objektiven Bedingungen und subjektiver Zufriedenheit. Die Zufriedenheitsverteilung ist sehr ungünstig: Viele Unzufriedene, wenige Hochzufriedene – und daran hat sich seit dem Vorjahr nichts geändert. Karlsruhe zeigt damit exemplarisch, dass selbst sehr gute objektive Lebensbedingungen nicht automatisch zu hoher subjektiver Lebenszufriedenheit führen.