Partnerschaften machen zufriedener vor allem mit der Familie, dem Sexualleben und dem Beruf. Beziehungsglück ist eng mit einer glücklichen Kindheit verknüpft. Ein sicherer Bindungsstil legt den Grundstein für emotionale Stabilität später in der Partnerschaft. Wichtig ist zudem die Übereinstimmung mit dem Partner in Werten, Lebenszielen und Einkommen. Heirat und gemeinsames Wohneigentum festigen Beziehungen. Ein verträglicher, verbindlicher und romantischer Liebesstil erhöht die Chancen auf eine erfüllte Partnerschaft.
Überraschend ist es nicht, dass die meisten Menschen nach Beziehungsglück streben, denn eine Liebesbeziehung verbessert das Leben: Menschen, die in einer Partnerschaft leben, ob verheiratet oder nicht, sind im Durchschnitt zufriedener mit ihrem Leben als Singles. Auf einer Skala von 0 bis 10 liegt ihre Lebenszufriedenheit um 0,1 Punkte höher (Abbildung 1). Auch mit der beruflichen Situation (+0,08 Punkte), dem Familienleben (+0,16) sowie dem Sexualleben (+0,25) zeigen sich Personen in Partnerschaften zufriedener als Alleinstehende.
Singles bewerten hingegen sowohl ihre Freizeit (+0,15) als auch ihr Einkommen (+0,17) positiver (Abbildung 1). Emotional zeigt sich ein differenziertes Bild: Menschen in Partnerschaften erleben etwas häufiger Glück, berichten jedoch zugleich öfter von Verärgerung und Traurigkeit. Singles fühlen sich dagegen häufiger einsam und ängstlich, empfinden dafür seltener Schuld- oder Schamgefühle.
Abbildung 1: Paare sind mit dem Familien- und Sexualleben sowie mit der Arbeit zufriedener als Singles
Wer in einer Beziehung lebt, ist im Durchschnitt mit seinem Leben um 0,1 Punkte zufriedener. Auch das Arbeits-, Familien- und Sexualleben wird von denen besser bewertet, die in einer Partnerschaft sind. Singles beurteilen ihre finanzielle Situation sowie die eigene Freizeit höher.
Anmerkung: Ergebnisse mehrerer OLS-Regressionen unter Kontrolle von Geschlecht, Alter, Äquivalenzein-kommen (logarithmiert), Familienstatus, Anzahl Kinder im Haushalt und subjektiver Gesundheitszustand.
Quellen: Glücksatlas-Datenbank, 2025, eigene Berechnungen.
Was sind denn nun die entscheidenden Zutaten für eine glückliche Beziehung? Welche Faktoren geben den Ausschlag, ob ein Paar glücklich oder unglücklich ist? In unserer Online-Erhebung aus dem Juni 2025 (5.148 Befragte) fragten wir nach einer Vielzahl von Eigenschaften von Beziehungen: unter anderem nach dem Bindungsverhalten, den Liebes- und Persönlichkeitstypen, dem Kennenlernort, der finanziellen Situation im Haushalt usw. Nach aufwendigen statistischen Analysen konnten wir die zehn wichtigsten Bestimmungsfaktoren einer glücklichen Beziehung identifizieren (Tabelle 1).
Tabelle 1: Zehn Bestimmungsfaktoren für maximales Beziehungsglück
Dimension A: Nähe versus Distanz
| Bestimmungsfaktor | Effektstärke | |
|---|---|---|
| 1 | Verbindlichkeit zahlt sich aus. Heirat und gemeinsames Wohneigentum schaffen eine hohe Beziehungsstabilität. |
+++ |
| 2 | Glückliche Kindheit, stabile Partnerschaft. Ein sicherer Bindungsstil aus der Kindheit begünstigt ein emotional stabiles Beziehungsglück. |
+++ |
| 3 | Gute Balance zwischen Autonomie und Nähe. Selbstbestimmung und Nähe sollten im Ausgleich sein. |
+++ |
| 4 | Verträglichkeit zählt. Der offene und verträgliche Persönlichkeitstyp schneidet in der Beziehung am besten ab. |
++ |
| 5 | Perfektion schadet. Hohe Ansprüche an sich selbst und den Partner wirken sich langfristig belastend auf die Beziehung aus. |
+++ |
| 6 | Eros schlägt Ludus. Der verbindliche und intensive Liebesstil ist gegenüber dem hedonistischen Liebesstil eindeutig im Vorteil. |
++ |
| 7 | Kinder ja, aber mit Abstand. Je kürzer der Altersabstand der Kinder, desto mehr leidet das Beziehungsglück der Eltern. |
+ |
Dimension B: Ähnlichkeit versus Unterschiedlichkeit
| 8 | Gleich und gleich gesellt sich gern. Gemeinsame Werte zu Familie, Arbeit und Lebenszielen fördern harmonische Partnerschaften. |
+++ |
| 9 | Ähnliche Einkommen, zufriedene Partnerschaft. Große Einkommensunterschiede erhöhen das Risiko für Machtungleichgewichte. |
++ |
| 10 | Geteilte Lebenswelten. Paare, die sich an Orten kennenlernen, die beide verbinden (Arbeitsplatz, Studium, Verein) haben gute Chancen auf eine langfristig stabile Beziehung. |
+ |
Dimension A: Nähe versus Distanz
1. Verbindlichkeit zahlt sich aus.
Heirat, Ehegelöbnis, gemeinsames Wohneigentum und Kinder stehen für ein hohes Maß an Verbindlichkeit innerhalb einer Partnerschaft. Sie geben einer Beziehung Stabilität und Orientierung. Erwartungen wird nicht ausgewichen, es herrscht ein Gefühl von Verlässlichkeit, das Vertrauen und emotionale Sicherheit stärkt. Gemeinsame langfristige Ziele festigen darüber hinaus den Zusammenhalt und das Empfinden, als Team durchs Leben zu gehen. In der Folge wird die Partnerschaft häufiger als sinnstiftend und erfüllend wahrgenommen.
Diese Einschätzung findet sich auch in den Daten wieder: Verheiratete bewerten ihre Beziehung mit durchschnittlich 8,51 Punkten am höchsten. Unverheiratete Paare liegen mit 7,69 Punkten rund 0,8 Punkte darunter, während Singles ihr Beziehungsleben nochmals um etwa 0,5 Punkte schlechter beurteilen. Als zusätzlicher Indikator erweist sich gemeinsames Wohneigentum, das die Beziehungszufriedenheit um weitere 0,05 Punkte erhöht. Auch Kinder können die Zufriedenheit in der Partnerschaft steigern (siehe unten).
2. Glückliche Kindheit, stabile Partnerschaft.
Eine glückliche Kindheit schafft günstige Voraussetzungen dafür, auch im Erwachsenenalter stabile, sichere und vertrauensvolle Partnerschaften einzugehen. Menschen, die ihre Kindheit rückblickend als positiv bewerten, entwickeln häufiger einen sogenannten „sicheren Bindungstyp“ und fühlen sich in Beziehungen emotional geborgen. Weniger glückliche Kindheitserfahrungen stehen dagegen stärker mit ängstlichen oder vermeidenden Bindungsmustern in Zusammenhang. Die Psychologie beschreibt damit Personen, die entweder große Nähe meiden oder umgekehrt starkes Klammern zeigen – meist aus Angst vor Zurückweisung oder Verlassenwerden. Unsichere Bindungstypen suchen häufiger Partnerinnen oder Partner, die emotionale Defizite ausgleichen oder bei persönlichen Problemen helfen sollen. Diese Erwartungen können Beziehungen jedoch überfordern und langfristig belasten.
Die Kindheit ist auch in unserer Befragung ein zentraler Faktor für das Beziehungsglück: Wir fragten auf einer Skala von 0 (= »völlig unglücklich«) bis 10 (»sehr glücklich«): »Wenn Sie auf Ihre gesamte Kindheit zurückblicken und dabei besonders an Ihre emotionalen Erfahrungen, sozialen Beziehungen und Ihr allgemeines Wohlbefinden denken: Wie würden Sie Ihre Kindheit bewerten?« Wer seine Kindheit als glücklich bewertet (Werte von 8 bis 10), beurteilt sein heutiges Beziehungsleben im Durchschnitt mit 8,16 Punkten deutlich höher als jemand, der seine/ihre Kindheit als unglücklich (Werte von 0 bis 4) beurteilt (6,50 Punkte). Der Abstand beträgt 1,66 Punkte. Mit einer mäßig glücklichen Kindheit (Werte von 5 bis 7) liegt die Beziehungszufriedenheit bei 7,13 Punkten in der Mitte.
3. Gute Balance zwischen Autonomie und Nähe
Eine sichere Bindung zeichnet sich durch gegenseitiges Vertrauen und die Fähigkeit aus, Autonomie – also eigene Interessen und Freiräume – mit Nähe in Einklang zu bringen, das heißt, sich dem anderen offen und emotional zugänglich zu zeigen. Unsicher-vermeidende Bindungstypen haben ein übertriebenes Distanzbedürfnis und Schwierigkeiten, emotionale Nähe zuzulassen. Ängstlich-ambivalente Bindung ist gekennzeichnet durch (zu) starke Nähebedürfnisse, Angst vor Zurückweisung und emotionale Schwankungen. Die desorganisierte Bindung (ängstlich-vermeidend) vereint widersprüchliche Verhaltensweisen und entsteht häufig aus früheren belastenden Beziehungserfahrungen.
Mithilfe des »Bochumer Bindungsfragebogens« ermittelten wir die vier Bindungstypen (sicher gebunden, unsicher-vermeidend, ängstlich-ambivalent und ängstlich-vermeidend) und brachten diese mit der Beziehungszufriedenheit in Zusammenhang. Sicher gebundene Bindungstypen beurteilen ihre Beziehung mit 9,14 Punkten mit Abstand besser als ängstlich-ambivalente (8,09 Punkte) oder ängstlich-vermeidende (8,18 Punkte) Bindungstypen. Mit weitem Abstand am schlechtesten schneiden Beziehungen mit unsicher-vermeidenden Bindungstypen (6,32 Punkte) ab. Wer dazu neigt, auf Distanz zum Partner zu gehen, erlebt die wohl schlechtesten Beziehungen.
4. Verträglichkeit zählt.
Natürlich spielt auch der Persönlichkeitstyp eine große Rolle, wie die Liebesbeziehung verläuft. Die Psychologie unterscheidet fünf zentrale Persönlichkeitstypen, die sogenannten Big Five. Um es gleich vorwegzunehmen: Extrovertierte, offene und verträgliche Persönlichkeitstypen sind mit ihrer Partnerschaft deutlich zufriedener als gewissenhafte oder neurotische Persönlichkeiten.
Personen mit hoher Gewissenhaftigkeit neigen dazu, sehr hohe Ansprüche an sich selbst und an ihre Beziehung zu stellen, was schneller zu Unzufriedenheit führen kann, wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden. Ein hoher Neurotizismus geht häufig mit emotionaler Unsicherheit, Grübeln und einer stärkeren Wahrnehmung von Konflikten einher, was das Beziehungserleben belastet. Extravertierte Menschen profitieren hingegen von positiver Emotionalität und aktiver Kommunikation, was Nähe und Zufriedenheit fördert. Verträglichkeit begünstigt Empathie, Kompromissbereitschaft und konstruktiven Umgang mit Konflikten. Offenheit erleichtert es zudem, Veränderungen anzunehmen und neue Perspektiven in die Beziehung zu integrieren, was das Beziehungsglück insgesamt hebt.
5. Perfektion schadet.
Perfektionistisch veranlagte Menschen lassen sich häufiger den gewissenhaften und zugleich neurotischen Persönlichkeitstypen zuordnen und verfügen oft über ein geringeres Selbstwertgefühl. Sie setzen an sich selbst extrem hohe, nicht selten unerreichbare Maßstäbe und begegnen eigenen Fehlern mit ausgeprägter Selbstkritik. Schwierigkeiten werden schnell als persönliches Versagen erlebt – mit Folgen wie Stress, Angst und anhaltender Unzufriedenheit. Der daraus entstehende innere Druck sowie die starke Angst vor Bewertung wirken sich auch auf Partnerschaften aus und können diese langfristig belasten.
In den Daten spiegelt sich dies deutlich wider: Mit durchschnittlich 6,25 Punkten liegt die Beziehungszufriedenheit von Perfektionisten um rund 1,75 Punkte unter der anderer Bevölkerungsgruppen. Auffällig ist zudem ihre soziale Zusammensetzung: Besonders häufig zählen berufstätige Frauen mit eigenen Kindern im Haushalt zu dieser Gruppe. Zwar erzielen Perfektionisten im Durchschnitt ein höheres Einkommen, berichten jedoch gleichzeitig von einer schlechteren Gesundheit – ein ungewöhnlicher Befund, da in der Gesamtbevölkerung ein höheres Einkommen in der Regel mit besserer Gesundheit einhergeht.
6. Eros schlägt Ludus
Nach dem amerikanischen Psychologen Lohn Lee wurden verschiedenen Liebestypen benannt, die zeigen, wie Menschen Liebe erleben und ausdrücken. Paare mit den stabileren Liebestypen erleben mehr Zufriedenheit und emotionale Sicherheit in der Partnerschaft. Abbildung 2 zeigt, dass der eifersüchtige (Mania) und der spielerische Liebestyp (Ludus) eine deutlich geringere Beziehungszufriedenheit aufweisen als die anderen Liebestypen: romantische (Eros), sich selbst aufopfernde (Agape), freundschaftliche (Storge) oder pragmatische (Pragma) Liebestypen.
Abbildung 2: Der Eros-Liebestyp führt zu mehr Beziehungsglück als der Ludus-Typ
Romantik sticht Hedonismus: Intensive, stark emotionale und verbindliche Liebe (Typ Eros) geht eher mit Glück einher als das lockere Spiel mit der Liebe (Typ Ludus).
Anmerkung: Ergebnisse mehrerer OLS-Regressionen unter Kontrolle von Geschlecht, Alter, Äquivalenzein-kommen (logarithmiert), Familienstatus, Anzahl Kinder im Haushalt und subjektiver Gesundheitszustand.
Quellen: Glücksatlas-Datenbank 2025, eigene Berechnungen.
Der romantische Liebestyp Eros »performt« in der Beziehungszufriedenheit am besten (Effekt: +0,23 Punkte). Die intensive, stark emotionale aber eben auch verbindliche Liebe geht eher mit Beziehungsglück einher als das lockere, unverbindliche Spiel mit der Liebe, wie es der Ludus Liebestyp darstellt (-0,08 Punkte), was wenig überraschend ist. Überraschender ist, dass auch die Zufriedenheit mit dem Sexualleben beim Ludus-Liebestyp geringer ist als beim Eros-Liebestyp. Offenbar scheint ein eher hedonistischer Zugang zur Liebe keine Garantie für ein glückliches Sexualleben zu sein.
7. Kinder ja, aber mit Abstand
Paare mit Kindern und Kinderlose unterscheiden sich grundsätzlich weder in ihrer Beziehungs- noch in ihrer Ehezufriedenheit. Das emotionale Wohlbefinden von Kinderlosen liegt sogar leicht höher: Sie erleben weniger negative Emotionen und fühlen sich seltener schuldig. Allerdings sind Eltern in den Bereichen Arbeit, Einkommen und Familienleben signifikant zufriedener als Kinderlose. Das gilt auch für die allgemeine Lebenszufriedenheit: Jedes Kind verbessert diese um 0,14 Punkte. Die Lebenszufriedenheit kennt dabei nach oben keine Grenze, die Familienzufriedenheit erreicht ihr Optimum aber bei etwa 4 Kindern (mit mehr Kindern sinkt diese wieder). Betrachtet man aber nur die Beziehungszufriedenheit der Eltern untereinander, so unterscheidet sie sich nicht von den kinderlosen Paaren.
Abbildung 3: Altersabstand der Kinder: 5 Jahre Abstand sind am besten für die Partnerschaft
Eltern, deren Kinder einen Altersabstand von fünf Jahren oder mehr haben, sind mit ihrer Beziehung, Ehe und Freizeit am zufriedensten. Im Vergleich zu einem Altersabstand von zwei Jahren liegt das Beziehungsglück in dieser Gruppe um 0,56 Punkte höher. Die hohen Zufriedenheitswerte bei einem Abstand von null bis einem Jahr sind überwiegend auf Zwillingsgeburten zurückzuführen.
Anmerkung: Ergebnisse mehrerer OLS-Regressionen unter Kontrolle von Geschlecht, Alter, Äquivalenzein-kommen (logarithmiert), Familienstatus, Anzahl Kinder im Haushalt und subjektiver Gesundheitszustand.
Quellen: Glücksatlas-Datenbank 2025, eigene Berechnungen.
Generell gilt: Je höher der Altersabstand der Kinder, desto höher das Beziehungsglück (Abbildung 3). Eltern mit zwei Kindern, die nur zwei Jahre auseinander liegen (z.B. Kind 1: 3 Jahre alt, Kind 2: 1 Jahr alt), sind mit ihrer Beziehung um 0,56 Punkte unzufriedener als Eltern, deren Kinder 5 Jahre und mehr auseinander liegen. Besonders die Lebensbereiche Freizeit und Sexualität profitieren von einem größeren Altersabstand der eigenen Kinder. Aber auch das emotionale Wohlbefinden verbessert sich, wenn der Altersabstand der Kinder größer ist.
Dimension B: Ähnlichkeit versus Unterschiedlichkeit
8. Gleich und gleich gesellt sich gern
Gemeinsame Werte in einer Partnerschaft sorgen dafür, dass beide ähnliche Vorstellungen von wichtigen Lebensbereichen wie Familie, Arbeit oder Lebenszielen haben. Dadurch entstehen weniger grundlegende Konflikte und Entscheidungen können harmonischer getroffen werden. Gemeinsame Werte fördern gegenseitiges Verständnis und Respekt. Das stärkt das Gefühl von Verbundenheit und erhöht das Beziehungsglück.
Paare, die sich in ihren Vorstellungen (zumeist) einig sind (8,43 Punkte), bewerten ihre Beziehung um 3,07 Punkte höher als Paare, die sich sehr uneinig sind (5,36 Punkte). Ein wichtiges Thema dabei ist die Anzahl erwünschter Kinder: Wenn beide Partner in ihrer Kinderwunschzahl übereinstimmen, liegt die Beziehungszufriedenheit bei 8,02 Punkten. Wenn mein Partner bzw. meine Partnerin mehr Kinder möchte als ich selbst, liegt diese noch bei 7,66 Punkten. Besonders drastisch wird es, wenn der eine Partner weniger oder gar keine Kinder möchte, man selbst aber schon: Dann liegt die Beziehungszufriedenheit bei 6,74 Punkten – für Frauen sogar noch niedriger (Frauen: 6,32; Männer: 6,90).
9. Ähnliche Einkommen, zufriedene Partnerschaft
Wenn beide Partner ein ähnlich hohes Einkommen erzielen, trägt dies zu einem ausgeglicheneren Machtverhältnis in der Beziehung bei. Finanzielle Abhängigkeiten und damit verbundene Konflikte werden reduziert, was das Gefühl von Fairness stärkt. Gemeinsame Entscheidungen über Ausgaben oder Lebensstil fallen leichter, da vergleichbare Möglichkeiten bestehen. Dadurch kann die Partnerschaft als gleichwertiger und harmonischer erlebt werden.
Wenn beide ein etwa gleich hohes Einkommen haben, liegt die Beziehungszufriedenheit im Durchschnitt bei Männern bei 8,34 und bei Frauen bei 8,19 Punkten. Bei einem höheren Einkommen als die Partnerin beurteilen Männer ihre Beziehung mit 7,98 Punkten etwas schlechter (Frauen mit höherem Einkommen als der Partner: 7,91 Punkte). Am unglücklichsten sind Männer mit ihrer Beziehung, wenn sie weniger verdienen als die Partnerin (7,76 Punkte).
10. Geteilte Lebenswelten
Etwas mehr als ein Viertel aller Paare (26,1 Prozent) lernt sich über gemeinsame Freunde oder Bekannte kennen. Mit 19,4 Prozent ist das Internet – dazu zählen Dating-Apps, soziale Netzwerke und Online-Foren – der zweithäufigste Kennenlernort. Besonders verbreitet ist dieser Weg unter den 18- bis 24-Jährigen, von denen sich rund 26 Prozent online kennenlernen. Mit zunehmendem Alter nimmt der Anteil der Online-Paare jedoch deutlich ab. Weitere wichtige Begegnungsorte sind der Arbeitsplatz (13,7 Prozent) sowie Veranstaltungen wie Familienfeiern, Feste oder Kulturangebote (12,7 Prozent). Am seltensten entstehen Partnerschaften in der Nachbarschaft (4,3 Prozent).
Abbildung 4 zeigt, dass sich die Beziehungszufriedenheit je nach Kennenlernort geringfügig unterscheidet, aber eine klare Tendenz aufweist. Zwischen dem bestbewerteten Umfeld – Schule, Ausbildung oder Studium (7,88 Punkte) – und dem Schlusslicht liegen zwar nur 0,06 Punkte. Kennlernorte, die eher mit gemeinsamen Erlebnissen einhergehen (Schul- und Studienzeit, Vereine, Arbeit), schneiden aber tendenziell besser ab als andere Kennlernorte.
Abbildung 4: Kennlernort und Beziehungszufriedenheit
Der Kennlernort hat Einfluss auf das spätere Beziehungsglück. Kennlernorte, die eher mit gemeinsamen Erlebnissen einhergehen (Schul- und Studienzeit, Vereine, Arbeit), schneiden etwas besser ab als andere Kennlernorte.
Anmerkungen: Ergebnisse mehrerer OLS-Regressionen unter Kontrolle der Variablen Alter, Beziehungsdauer und der Anzahl Kinder im Haushalt. Auf weitere Kontrollvariablen (z.B. Einkommen) wurde verzichtet, da sie die Modellgüte nicht verbesserten. Antwort auf die Frage » Wie haben Sie sich damals kennengelernt?« N (nur Personen, die in einer Beziehung sind) = 3.477. Befragung durch Ipsos im Juni 2025.
Quelle: Glücksatlas-Datenbank, 2025, eigene Berechnungen.
Insgesamt zeigt sich für das digitale Kennenlernen ein leicht negativer Zusammenhang mit der Beziehungsqualität. Dieser Effekt verstärkt sich, wenn Persönlichkeitsmerkmale unberücksichtigt bleiben – ein Hinweis darauf, dass nicht der Kennenlernort selbst, sondern eher die Persönlichkeitsstruktur der Online-Dater eine Rolle spielt. Paare, die sich online kennengelernt haben, berichten insbesondere von einer etwas geringeren Zufriedenheit mit ihrem Sexualleben, was unter anderem mit häufiger auftretenden Fernbeziehungen zusammenhängen könnte.
Datenbasis für SKL Glücksatlas Sonderstudie 2026-01
Für die Sonderstudie wurden 5.148 Menschen (zwischen 18 und 70 Jahren) vom Befragungsunternehmen Ipsos im Juni 2025 befragt. Die Online-Stichprobe wurde aus dem infas Quo Online-Access-Panel gezogen. Eine repräsentative Verteilung nach Geschlecht, Alter und Region wurde angestrebt.
Die Rohdaten aus den Befragungen wurden der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg zugeleitet und dort von Prof. Dr. Raffelhüschen und seinem Team mithilfe eines statistischen Datenanalyseprogramms ausgewertet.
Zu dem Web-Artikel existiert eine ausführliche Studie auf der Presseseite des SKL Glücksatlas. Hier finden Sie weitere Informationen zu den Daten und der statistischen Auswertung.
Die Sonderstudie im Rahmen des SKL Glücksatlas
Seit 2022 sind die Staatlichen Klassenlotterien SKL Partner des Glücksatlas. Die wissenschaftliche Leitung hat Prof. Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg. „Mit unserem Engagement für den Glücksatlas wollen wir die Forschung über Zufriedenheit und Wohlbefinden in Deutschland erweitern und die Ergebnisse der Glücksforschung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen“, sagt Dr. Bettina Rothärmel – Vorstandsvorsitzende der GKL Gemeinsame Klassenlotterie der Länder AöR, Veranstalterin der SKL.
Mit Beginn der Partnerschaft initiiert die SKL zudem eine wissenschaftliche Glücksdatenbank für Journalistinnen, Journalisten und Interessierte: Unter skl-gluecksatlas.de werden kontinuierlich aktuelle Daten, Analysen und Sonderstudien über die Entwicklung der Lebenszufriedenheit in Deutschland bereitgestellt und damit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Die Staatlichen Klassenlotterien SKL stehen für die tägliche Chance auf Glück in Form von Geld- und Sachgewinnen. Beim SKL-Millionenspiel werden z.B. im Verlauf der Lotterie über 3,2 Millionen Gewinne im Wert von bis zu 20 Millionen Euro ausgespielt – staatlich garantiert.