Rostock bleibt 2026 die unglücklichste Großstadt Deutschlands. Mit 5,80 Punkten fällt die Lebenszufriedenheit erneut deutlich und der Abstand zu anderen Städten wächst weiter. Dabei liegt Rostock bei den objektiven Lebensqualitätsindikatoren – von Einkommen über Gesundheitsversorgung bis Grünflächen – immerhin im Mittelfeld. Die Stadt ist damit ein klarer „Underperformer“: Die Menschen sind deutlich unzufriedener, als es die statistischen Rahmenbedingungen erwarten lassen.
Auffällig ist die demografische und wohnungsbezogene Struktur: Sehr viele Menschen leben allein, Haushalte mit Kindern sind selten, die Geburtenrate ist niedrig, die Wohneigentumsquote gering und die Mieten steigen stark. Auch geringe Steuereinnahmen, eine hohe Schulabbrecherquote und wenige Stadtparks belasten die Lebensqualität.
Ganz negativ ist das Bild jedoch nicht: Rostock hat wenige Wohnungseinbrüche, kurze Pendelwege, die beste Luftqualität im gesamten Vergleich und eine hohe Ärztedichte. Auch Mindestsicherungs- und Schuldnerquote fallen niedrig aus – eigentlich gute Voraussetzungen.
Doch die Zufriedenheitsverteilung zeigt ein dramatisches Bild: 29,8 Prozent der Bevölkerung zählen zu den Unzufriedenen – fast jede dritte befragte Person und der höchste Wert aller Städte. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Hochzufriedenen weiter auf nur 25,9 Prozent – ebenfalls der niedrigste Wert im Ranking. Im Städtedurchschnitt sind es 45,2 Prozent.
In Rostock treffen damit besonders viele Unzufriedene auf besonders wenige Hochzufriedene. Zu den Unzufriedenen gehören vor allem Alleinlebende, Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit niedrigen Einkommen. Zu den wenigen Hochzufriedenen zählen eher Familien.